InsightsDie Dynamik der Lebensmittelversorgungskette verstehen

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends haben einen großen Einfluss auf die Lebensmittelversorgungskette. Ein verändertes Einkaufsverhalten kann Einzelhändler zwingen, ihre Geschäftsmodelle und Netzwerke zu überdenken.

Eine der sichtbarsten Veränderungen ist die wachsende Anzahl kleiner Geschäfte, wie etwa von Mini-Märkten. Im Vergleich zu Hyper- und Supermärkten haben diese Geschäfte eine kleinere Fläche und ein selektives Sortiment.

Das beeinflusst nicht nur das Geschäft selbst, sondern auch den Betrieb innerhalb des Distributionszentrums der Einzelhändler, da sich Auftragsprofile ändern und z. B. der Bedarf an mehreren Auffüllungen täglich variiert.

Mit der zunehmenden Urbanisierung könnten auch Verkehrsstaus die Logistikabläufe der Zukunft beeinflussen. In Kombination mit dem heutigen Umweltbewusstsein wäre auch eine Änderung der zukünftigen Gesetzgebung möglich. Dies wiederum würde den Zugang zu bestimmten Stadtteilen einschränken. Eine Prognose der Nachfrage und effiziente Logistikabläufe vom Lager über den Transport bis hin zu verschiedenen Multiformat-Stores ist hiermit umso wichtiger geworden.

Optimale Geschäftsmodelle

Durch die stärkere Unternehmenskonzentration rund um die Städte sollten sich die Lebensmitteleinzelhändler die Frage nach dem besten Standort für ihre Distributionszentren stellen. Sollten sie zum Beispiel in der Nähe des Stadtzentrums liegen, was höhere Investitionskosten pro Quadratmeter nach sich zöge?

Oder wäre es sinnvoll, eine Logistik-Drehscheibe mit guter Infrastruktur zu wählen, bei der jedoch das Risiko bestünde, dass der Aufbau und die Pflege einer soliden Belegschaft angesichts des heutigen Arbeitskräftemangels zu einer echten Herausforderung wird? Dies würde ein potenzielles Risiko sowohl für das operative als auch das geschäftliche Wachstum darstellen.

Ein weiterer Trend ist die Zunahme der Online-Einkäufe. Neben den Bereichen allgemeine Handelswaren und Mode wächst auch der Anteil der Lebensmitteleinkäufe online. Einzelhändler suchen nach Möglichkeiten, ihre Geschäftsmodelle zu optimieren, und dazu gehört auch die Abwicklung innerhalb der „letzten Meile“.

Eine Abholung im Geschäft, spezielle Abholstellen und Lieferungen nach Hause gehören zu den verschiedenen Möglichkeiten, Kunden zu bedienen. Innerhalb des neuen Lieferkettennetzwerks wurden spezielle E-Commerce-Hubs zur Unterstützung der direkten Lieferung an die Verbraucher geschaffen.

Neben den gut sichtbaren Entwicklungen verändern sich aber auch die Logistikabläufe hinter den Kulissen. Einige Einzelhändler nutzen dedizierte E-COM-Vertriebszentren, während andere die Bestellungen stattdessen in ihren bestehenden Geschäften kommissionieren lassen.

Auch der Grad der Automatisierung variiert. Während sich einige Unternehmen, die ausschließlich im E-Commerce-Bereich tätig sind, auf einen manuellen Betrieb mit Vertriebszentren stützen (die innerhalb kurzer Zeit eingerichtet werden können), entscheiden sich andere, in mechanisierte Fulfillment-Zentren an strategischen Standorten zu investieren. Eventuell integrieren sie auch ihren E-Commerce-Betrieb in die Vertriebszentren, sodass eine Belieferung der Geschäfte möglich wird – mithilfe sogenannter „Omni-Channel-Vertriebszentren“.

Wettbewerbsfähig bleiben

Es ist schwer zu sagen, welche Strategie am erfolgreichsten sein wird. Einzelhändler, die in der Lage sind, sich zu ihrem Vorteil an die rasanten technologischen Entwicklungen anzupassen, werden jedoch einen Wettbewerbsvorteil haben.

Das setzt die Fähigkeit voraus, automatisierte Lösungen so einzusetzen, dass sie flexibel bleiben, sowohl im Hinblick auf das Wachstum als auch auf die sich ändernden Anforderungen und Einzelhandelsnetzwerke (z. B. Geschäftsformate). Der Einsatz kollaborativer Roboterlösungen kann solche Vorteile bereitstellen, denn durch wachsende Erfahrungen und zunehmende Fähigkeiten ist es relativ einfach, Robotertechnik an die aktuellste Technologie anzupassen.

Die Verfügbarkeit von größeren Datenmengen und die Fähigkeit, diese Daten vorausschauend zu analysieren, wird ebenfalls Chancen zur Optimierung Logistikprozessen mit sich bringen. Ein besseres Verständnis der Nachfrage in Echtzeit und z. B. der tatsächlichen Lagerpositionen kann die Effizienz der gesamten Lieferkette steigern.

Dies wird jedoch zu neuen Herausforderungen führen, denn die Vertriebszentren werden ihre Aufträge in kürzerer Zeit abwickeln müssen, was den höheren Automatisierungsgrad und die Suche nach weniger rigiden infrastrukturbasierten Lösungen erklärt, z. B. durch den Einsatz von FTS.

Was die Technologie anbelangt, so gibt es viele Wahlmöglichkeiten. Bis zu welchem Grad der operative Prozess in Ihrem Vertriebszentrum automatisiert werden muss, hängt von verschiedenen Aspekten ab; von ihrer aktuellen Technologieerfahrung bis hin zu Ihrer Position in der Lieferkette und von dem, was z. B. Ihre Lieferanten und Kunden in diesem Bereich tun.

Ein schrittweiser Ansatz könnte deshalb von Vorteil sein. Dieses Thema besprechen wir in einem unserer nächsten Blogs, in dem wir Ihnen auch ein paar Beispiele dazu liefern werden, wie so etwas im tatsächlichen Betrieb funktionieren kann.

Jan van der Velden
Autor
Jan van der Velden
Marketin Innovation & Technology Manager

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